Kollaborationen – Gemeinschaftsprojekte in der Tortenwelt

Hallo Zusammen,

In der letzten Zeit werde ich immer wieder gefragt, was ist eine Kollaboration, wie man teilnehmen kann und wo kann man sie finden.
Für mich selbst ist das Thema noch relativ neu, ich habe nicht sehr viel Erfahrung. Aus dem was ich bisher erlebt habe möchte ich versuchen, eine kleine Hilfestellung zu geben.
Falls an diesem Text etwas nicht korrekt ist oder gar vergessen wurde, bin ich für Hinweise sehr dankbar.

Kollaborationen, was sind das?
Für viele im deutschsprachigen Raum sind die sogenannten Kollaborationen noch eher etwas Unbekanntes.
Hinter diesem Begriff verbirgt sich nichts anderes als ein Gemeinschaftsprojekt zu einem bestimmten Thema oder Stil. Diese Projekte und deren  Verwaltung finden primär auf Facebook statt.
Ein Administrator oder ein –Team erarbeitet i.d.R. ein Konzept bzw. das Thema.
Dieser „Kopf“ der Kollaboration übernimmt die Leitung des Projektes und sämtliche, organisatorische Aufgaben.
Das beginnt mit der Erstellung einer geheimen Gruppe, Erstellung der Regeln, Selektion der Teilnehmer (geschlossen) oder Bekanntmachung der Kollaboration (offen). Was der Unterschied zwischen offener und geschlossener Kollaboration ist, erläutere ich noch.
Sind die Teilnehmer in der geheimen Gruppe der Kollaboration, wählen diese ihr Motiv (was wollen sie als Beitrag erarbeiten). Bis zum Abgabetermin sollten das Werk, eine Biografie mit kurzer Erläuterung zum Werk und die gewünschten Fotos fertig sein. Was genau die Vorgaben sind, bestimmt jeder Administrator individuell.
Nach Ablauf des Termins beginnt die Fleißarbeit des Admins, der jetzt die Texte und Fotos für eine Seite aufarbeiten muss.
Zu einem weiteren Termin werden Banner und Profilbild der Teilnehmer geändert, um die Kollaboration anzukündigen.
Am Tag der Veröffentlichung wird die aufgearbeitete Seite online gestellt und die Teilnehmer verlinken diese.

Im Prinzip kann jeder eine Kollaboration auf die Beine stellen, aber Vorsicht!!

Die Verantwortung und Menge an Aufgaben sind nicht zu unterschätzen, denn sie benötigen
– immens viel Zeit
– Organisationstalent
– ein gutes Netz an Kontakten
– Einfühlungsvermögen
– eine gute Rhetorik
– Kenntnisse im Umgang mit Grafikprogrammen, Medien und Urheberrechten

Ein kleiner Ausschnitt dessen, was man als Admin einer Kollaboration leisten muss:
– Mitgliederbetreuung (Einladen, Fragen beantworten, auf Termine hinweisen etc.)
– Erstellen der Kollaborationsregeln
– Einhaltung der Regeln gewährleisten
– Terminverwaltung
– Erstellen und verwalten der Fanseite wenn die Kollaboration online geht
– Bearbeiten der abgelieferten Texte und Bilder, erstellen der Profilbilder und Banner für die Mitglieder
– Öffentlichkeitsarbeit (Bekanntmachung der Kollaboration sei es via Netz oder Printmedien)
– Für ein angenehmes Klima in der Gruppe sorgen
Somit ist die Vorarbeit für eine gute Kollaboration sehr umfangreich und sollte sehr frühzeitig vorgenommen werden. Wer Künstler selektiv rekrutieren will, sollte zwischen der Anfrage bei einem Künstler und der Veröffentlichung der Kollaboration viel Zeit einplanen. Manche sind schon Wochen oder Monate im Vorfeld mit Projekten verplant und benötigen ausreichend Vorlaufzeit. Jeder Admin legt Regeln und Vorgaben eigenständig fest.
Das beginnt mit den Basics wie:
Ist die Kollaboration national, international, offen oder geschlossen.
National:
d.h. die Künstler kommen nur aus dem eigenen Land oder gleichsprachigen Raum.
International:
Weltweit aktive Künstler werden für das Projekt hinzugezogen
Offen:
Diese Form der Kollaboration ist relativ neu und erfreut sich aktuell großer Beliebtheit.
Offen bedeutet, dass JEDER an dieser Zusammenarbeit teilnehmen kann.
ACHTUNG: jede Kollaboration hat nur ein bestimmtes Zeitfenster für den Beitritt sprich, es gibt ein Enddatum für die Aufnahme der Mitglieder. Die Tatsache resultiert aus dem „Fahrplan“ des Projektes, denn es gibt unterschiedliche Termine die von den Teilnehmern eingehalten werden müssen, damit das Projekt zum vorgesehenen Zeitpunkt veröffentlicht werden kann.
Die Anmeldung zu diesen offenen Kollaborationen kann unterschiedlich erfolgen: einige sind als offene Gruppen bei FB gekennzeichnet und man kann via Mitgliedsanfrage beitreten. Andere Kollaborationen kann man nur via Antragsformular beitreten. Da es keine zentrale Seite oder Adresse gibt, an der man die offenen Kollaborationen einsehen kann ist es schwer zu sagen, wann wo die nächsten stattfinden.

Geschlossen:
Die Teilnahme an solch einer Kollaborationen wird nur durch die Admins selbst gesteuert. D.h. diese bestimmen aufgrund z.B. Kompetenz, wer teilnehmen darf und wer nicht. Durch das Auswahlverfahren wird versucht der Kollaboration eine gewisse Qualität zu geben. Wenn man den Schritt in solch eine Kollaboration geschafft hat, kann man sich sehr glücklich schätzen und sollte diese Chance in jedem Falle versuchen zu nutzen.

Regeln:
Basis einer jeden Kollaboration sind die Regeln, die durch die Admins festgelegt werden und für jeden, der der Kollaboration zusagt, gelten.
Inhaltlich bestimmen die Regeln meist:
– mit welchen Materialien darf gearbeitet werden und mit welchen nicht
– welche Voraussetzungen werden an das Teilnehmerstück gestellt (ggf. bestimmte Maße oder Kulisse)
– Vorgaben der Fotos (Auflösung, Anzahl, welche Art von Bildern, Wasserzeichen ja oder nein etc.)
– Wie sollter die Biografie und Beschreinung des Beitrags aussehen
– Abgabedatum des Motivs (die Künstler suchen sich ihre Vorlage oder posten ihre Idee)
– Deadlines sprich Termine bis wann das Werk fertig sein muss, wann das Banner gewechselt wird und wann die Kollaboration online geht

Motivwahl:
Je nach Auslage der Regeln in einer Kollaboration ist ein Motiv nur einmal oder mehrfach von Teilnehmern wählbar. Grundsätzlich gilt: wer zuerst kommt, malt zuerst.
Dennoch sollte man nicht voreilig handeln, sondern sich sein Motiv gut überlegen (schaffe ich das Motiv umzusetzen und auch rechtzeitig?)

Presse:
Je nachdem, wie aktiv die Administratoren die Pressearbeit der Kollaboration voran treiben kann es sein, dass Werke aus dem Gemeinschaftsprojekt in Magazinen, Zeitungen oder Webseiten veröffentlich werden.
Welche Werke diesen Sprung schaffen entscheiden allein die Mitarbeiter der Printmedien bzw. Webseiten. Auf die Auswahl haben i.d.R. die Administratoren keinen Einfluss.
Deshalb sollte man nicht enttäuscht sein, wenn das eigene Werk es nicht geschafft hat.
Es spielen verschiedenste Kriterien eine Rolle wie z.B. ist das Motiv ansprechend für den Leser und hat einen hohen Wiedererkennungswert? Ist es Fotografisch gut umgesetzt und im Magazin abbildbar? Passt es in die Galerie der anderen Werke aus der Kollaboration? Zeigt es zu viel nackte Haut oder ist zu gruselig/blutig? usw.usw.
Sprich wenn ein Werk es nicht in die Presse schafft sagt dies rein gar nichts über dessen Qualität aus!!
Man sollte es als ein großes Geschenk ansehen, wenn man es schafft und sich für andere aus der Kollaboration mit freuen, wenn sie diesen Schritt geschafft haben aber man selbst nicht.
Das gehört zu einem guten Team unbedingt dazu!

Grundsätzlich gilt: 
Inhalte einer Kollaboration sind geheim bis zur Veröffentlichung! D.h. Fotos der Zwischenschritte oder das Endprodukts posten, oder das öffentliche rausposaunen der Teilnahme ist nicht erwünscht, denn das Projekt soll am Tag der Veröffentlichung für alle Teilnehmer ein schönes Event sein.

Das sollte ich als Teilnehmer wissen bzw. vorweisen können:

Sprache:
Die meisten Kollaborationen sind international d.h. Englischkenntnisse in einer gewissen Grundform sollten vorhanden sein, um die Regeln und Kommunikation innerhalb des Projektes für sich verständlich machen zu können. Erst Recht wenn es um das Erstellen des Textes zu einem selbst (Biografie) und zu dem eigenen Werk geht, werden Englischkenntnisse vorausgesetzt.

Zeitmanagement:
Man sollte seine terminliche Situation kennen und den Zeitaufwand für das Stück einschätzen können. In Kollaborationen gibt es diverse Termine oder auch Meilensteine die eingehalten werden müssen.

Einschätzen der eigenen Kompetenz:
Es ist verlockend sich in einer Kollaboration ein außergewöhnliches Motiv auszusuchen, für das man selber Feuer und Flamme ist.
Doch sollte man sich bei der Auswahl ehrlich fragen, ob man es zufriedenstellend umsetzen kann, um eigenen Frust zu vermeiden. Es nützt nichts, ein tolles Motiv auszusuchen und bei der Umsetzung an seinen aktuellen Kompetenzen zu scheitern.
Es gilt: lieber etwas einfacher aber dafür sauber und schön!

Integrität:
Alles was die Kollaboration betrifft obliegt einer Verschwiegenheit und bleibt innerhalb der Kollaboration. Dazu gehören Unstimmigkeiten (ja auch die gibt es), Fotos und sämtliche Inhalte.

Die Teilnahme an einer Kollaboration ist ein Privileg uns sollte auch entsprechend gehandhabt werden.

Was ist wenn ich vor Ablauf des Abgabetermins merke, dass ich kein Werk abgeben kann?

Grundsätzlich ist es kein Beinbruch, wenn man aus zeitlichen, privaten, familiären, gesundheitlichen oder beruflichen Gründen absagen muss. Jeder Admin hat dafür Verständnis und wird deswegen nicht eine innere, schwarze Liste führen auf der man dann vermerkt ist.
Was jedoch jeden Admin verärgert ist die Absage kurz vor Ablauf der Deadline. Deshalb gilt: wenn abgesagt werden muss, dann so früh wie möglich.

Was ist wenn ich vor Ablauf des Abgabetermins merke, dass ich meine Motivwahl ändern möchte?

Auch das ist kein Weltuntergang aber auch hier gilt: je früher man Bescheid gibt, deso besser.

Zum Schluss…

Egal in welcher Kollaboration man mit macht, wie viele Teilnehmer und wer daran teil nimmt: eine Kollaboration ist ein Gemeinschaftsprojekt. D.h. es ist kein Wettbewerb sondern eine Teamarbeit in der es primär um Spaß und Austausch geht. Es geht um das gemeinsame Erarbeiten eines Gesamtkunstwerkes zu einem Thema, bei der jeder versucht sein Bestes zu geben und sich gemeinsam am Endergebnis zu freuen.

Ich hoffe dieser kleine Text hilft ein bisschen weiter und macht das Thema transparenter.

Liebe Grüße

Jennifer